Als der Frieden langsam in die Mittlere Galaxie Einzug hielt, wurden Stimmen laut, dass man einen Ort schaffen müsste, welcher die Jugend darauf vorbereitete, mit den Schwierigkeiten eben jener Galaxie zurecht zu kommen, ohne dabei einen weiteren Krieg auszulösen.
Als der Rat der Königinnen zusammen kam und darüber debattierte wie man dies am besten bewerkstelligen könnte, erdachte Königin Vejandra, eine Hüterin und erwachte Königin, einen tollkühnen Plan.
Warum nicht eine ganze Welt erschaffen, deren Zweck darin besteht die nachfolgenden Generationen zu schulen und zu unterweisen. Ihre Bedingungen so lebensnah wie möglich darzustellen und dabei jene auszusieben, die schwach waren.
So versammelten sich sechs Hüterinnen und ihre Speicher und erschufen ein ganzes Sonnensystem, dessen Kernwelt Esgrima bildete.
Die Oberfläche des Planeten ist ein Sammelsurium an natürlichen Begebenheiten und Herausforderungen. Von gewaltigen Eisschollen im Norden, bis zu den Lavainseln im Süden bietet der Planet jegliche nur denkbare Herausforderung. Am Äquator im exakten Mittelpunkt der Landmassen gelegen, steht die Hauptstadt Épée Cruz. Entstanden aus der Einzigartigkeit einer künstlichen Welt, die einzig allein dafür erschaffen worden war, um der ultimative Prüfungsort zu sein.
Und welch bessere Prüfung könnte es geben, als das Glück selbst. Können, Talent, Fähigkeiten, all dies kann einem dazu verhelfen, den Sieg zu beanspruchen. Doch nur eine Prüfung des Glücks kann wirklich zeigen, ob man würdig ist oder nicht. Und wenn man dafür bescheißen muss.
Épée Cruz wurde erbaut von einem besonderen Schlag Leuten, die sich voll und ganz darauf konzentrierten, aus den Prüfungen und Turnieren ein Spektakel für die ganze Galaxie zu machen.
So wurde sie zu einer Stadt der Wetten und des Glücksspiels, der Prostitution und der erkauften Träume. Sie wurde zur steingewordenen Sünde selbst. In Épée Cruz gab es nichts, was man nicht kaufen oder sich erspielen konnte. Und wenn man keine Güter mehr oder Geld besaß, dann setzte man eben sein eigenes Leben. Verlor man, machte man sich zum Sklaven des Gewinners. Abgesehen von Folter und Mord, durfte dieser mit einem verfahren, wie es ihm beliebte. Doch waren diese Dinge nicht willkürlich oder waren dem Willen eines Einzelnen unterworfen. Bis heute wird die Stadt von einem Konsortium regiert, welches sich aus erfolgreichen Geschäftsmännern und Gewinnern der größten Preise zusammengesetzt hatte.
Ihre Positionen und Macht an ihre Nachkommen weitervererbt, sie sind die treibende Kraft hinter den bunten Lichtern und der Sünde.
Auch wenn der Planet einst von Hüterinnen und Königinnen gegründet worden war, so sind Esgrima und Épée Cruz unabhängig und beugen vor keiner Königin ihr Knie. Eher würden sie den Planeten sprengen, als ihn an eine von diesen Möchtegerns zu verlieren, deren Macht auf Geburt und nicht auf Arbeit beruht. Nicht zuletzt weil auch gerne mal eine Königin den Planeten besucht, um genau jenen Status abzulegen und sich gehen zu lassen.
Matus Nadil
Seit über achttausend Jahren regiert dieser Silthide, zusammen mit den restlichen fünf Mitgliedern des Konsortiums, schon Épée Cruz. Was auch immer in dieser Stadt passiert, er weiß es. Nichts geschieht ohne sein Wissen und ein jeder wird sich ihm verantworten müssen, sollte man sich nicht an die Regeln halten.
Schon so manch Neunmalkluger dachte, er könnte Matus übers Ohr hauen, nur um sich am Ende in einem seiner Käfige wiederzufinden. Doch sollte man sich nicht fürchten. Er ist gut zu jenen, die er in seine Sammlung aufgenommen hat. Mehr noch, wenn sie ihm freiwillig zu Diensten sind. Dabei liegt sein Hauptaugenmerk auf allerlei Perversionen und Abnormitäten, welche Matus nur allzu gern auslebt.
Jenseits davon ist er jedoch ein vernünftiger und gerissener Mann, der sich nicht von ungefähr schon so lange an der Spitze halten kann. Seine Worte enthalten selbst dann versteckte Haken und Fallstricke, wenn er einem einfach nur einen guten Morgen wünscht.
Iluma Nadil
Das es sich dabei um Matus ältere Schwester handelt, erkennt man auf den ersten Blick. Was jedoch verborgen bleibt, ist die Tatsache, dass es sich bei ihr um die Nehmende Hand des Konsortiums handelt. Schuldner, Drückeberger und Pechvögel werden sehr schnell erkennen, dass sie ihren Titel nicht von ungefähr trägt. Wer nicht zahlen kann oder für ihren Bruder nicht von Interesse ist, wird von ihr aufgekauft und anschließend, meistens in Einzelteilen, weiterverkauft. Sie wird die Schulden eintreiben und wenn sie dafür ganze Familien verschachern muss.
Silv Tor
Engel, dritte Vorsitzende des Konsortiums und Schatzmeisterin der Stadt. Hat ein sonniges Gemüt, dass eine tiefe Grausamkeit verbirgt. Manchmal spiegeln ihre Augen diese Grausamkeit wider, wenn sie über Diskrepanzen und verlorenes Geld spricht.
Kataras Lavoth
Hirschitari, vierter Vorsitzender des Konsortiums und das Auge der Sechs. Sieht alles, was in der Stadt vor sich geht und berichtet den anderen sogleich davon. Bevor er den großen Gewinn des Solcasinos gewann, war er ein armer Schlucker, der sich mit Taschenspielertricks durchgeschlagen hat. Aufgrund seiner damaligen Zeit hat er sich ein umfassendes Spionagenetzwerk aufgebaut.
Cai Uln Belawas
Nerbonu, fünfter Vorsitzender des Konsortiums und die Faust der Sechs. Er tritt in Aktion, wenn alle anderen Wege und Mittel versagen. Trägt auch die Beinnamen „Neuntöter“ und „Moloch“. Trotz seines furchterregenden Aussehens und seiner Tätigkeit ist er überrascht freundlich, fast schon liebevoll. Doch sollte man sich davon auf gar keinen Fall täuschen lassen. Sein Blick allein reicht aus, um einen das Blut in den Adern gefrieren zu lassen.
Nefertum al Aquida
Ein Lich der neuerwachten Welt Anjotef, sechster Vorsitzender des Konsortiums und Fallenmeister der Sechs. Seine Tätigkeit bezieht sich dabei mehr auf die Kundenfallen, die mit Finesse und Klugheit ausgeklügelt werden müssen, damit der Verbraucher seinen Spaß hat und trotzdem sein Geld verliert. Getreu dem Motto: „Das Haus gewinnt immer.“ Sofern er sich nicht gerade im Übermaß ernährt, kann man mit ihm tiefe Gespräche führen und den besten Tropfen Esgrimas verkosten.
